Einfach so

Ich bin Mama. Das reicht.

Lange dachte ich dass das Mamasein alleine nicht ausreicht. Ein Grund dafür: Ab etwa dem zweiten Geburtstag meines Sohnes wurde ich immer wieder gefragt wurde ob denn nun beide Kinder die Kita besuchen, und ob ich wieder arbeiten gehe. Wie oft hab ich bei dieser Frage nach Luft gejapst. Nicht erwerbstätig zu sein habe ich mit Faulheit gleichgesetzt. Und genau das wollte ich nicht sein. Zwar habe ich auf der einen Seite durchaus gesehen was ich jeden Tag alles schaffe, aber auf der anderen Seite gab es dafür wenig Anerkennung. Die wenigste von mir. Denn in meinem Kopf waren immer noch die Anderen, die immer alles mit Leichtigkeit hinbekommen.

Ich bin im Direktvertrieb eingestiegen und wollte damit durchstarten. Aber mit Leichtigkeit habe ich nicht alles unter einen Hut bekommen. Irgendwas hat immer gelitten. Am meisten allerdings meine mentale Gesundheit.

Wenn ich mich doch nur besser organisieren würde, dann würde ich sicherlich auch viel mehr schaffen. Pah, am Arsch die Waldfee! Spoiler: Wenn viel drin ist im System passt nicht noch mehr rein! Schnell begriff ich dass meine Erwerbstätigkeit keine One-Women Show sein kann. Ich musst also Aufgaben und Verantwortungen abgeben. Aber an wen? Ich habe verschiedene Möglichkeiten ausgelotet und überdacht. Aber für uns, unter Berücksichtigung aller Ressourcen und in Gesprächen vor allem mit meinem Mann, keine praktikable Lösung gefunden. Das änderte allerdings nichts an meiner Einstellung mir gegenüber. Erst als ich die Jahreslosung für dieses Jahr las, fing in mir an sich etwas zu verändern.

„Du bist ein Gott, der mich sieht“

Jahreslosung 2023 || 1. Mose 16,13

Tatsächlich bin ich mir mittlerweile ziemlich sicher, selbst wenn keiner sieht was ich jeden Tag leiste und ich zu wenig Anerkennung für mich übrig habe, ist da eine unendliche Quelle die mir jeden Tag aufs Neue sagt: „Es ist gut so wie es ist!

Zusätzlich stieß ich irgendwann auf das Buch von Ronja Aselmann Know your Season*. Ronja ist selbst Zweifachmama und wenn eine weiß wo von sie schreibt, dann vermutlich sie. Ich ließ mir das Buch zum Muttertag schenken, fing an zu lesen und war erstmal enttäuscht. Ich dachte ich bekomme erzählt wie ich meine konkrete Season finde und darin lebe. Stattdessen hatte ich sowas wie eine Autobiographie in den Händen, die sich am Ende doch noch als wahrer Schatz zeigte.

Während dem Lesen hatte ich immer wieder die Gelegenheit mir Fragen zu stellen. Auf die ich, für mich während des Lesens, auch immer wieder Antworten fand. Inzwischen weiß ich es ist okay, auch in einer Zeit wie dieser und unabhängig von sozialen Standards und gesellschaftlich anerkannten Normen, „nur“ Mama zu sein. Ich muss nur los lassen. All die blöden Kommentare und Dinge auf die ich kein Einfluss habe, und deshalb nicht verändern kann, im Vertrauen dass mein Gott sich darum kümmern wird.

Ich freu mich über Kommentare!

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