Als Mama müssen wir viele Rollen im Auge behalten. Wir umsorgen nicht nur unsere Kinder, sondern vielleicht auch noch Ehefrau, Freundin, Schwester, Tochter, Tante, Arbeitnehmerin, Selbstständige oder Geschäftsführerin. Egal welche und wie viele Rollen wir füllen müssen, der Hut unter den wir alle bekommen müssen ist oft viel zu klein. Die Ressourcen die es braucht um allem Gerecht zu werden sind oft knapp. Und Mamas schaukeln das trotzdem immer mit einem Lächeln im Gesicht.

Aber ich möchte als Mama auch noch Mensch bleiben dürfen, auch wenn das schein bar ungern gesehen wird. Meine Mutterschaft ist das größte Geschenk in meinem leben, und gleichzeitig die größte Herausforderung. Mein Herz ist täglich voll von Liebe und Glück und gleichzeitig fühl ich mich unfassbar eingeschränkt vom Schlafmangel, von Fremdbestimmung, Selbstzweifeln, Holpern und Krisen. Und wenn ich in mitten von all dem meine perfektionistischen Ansprüche bei Seite schiebe und fair zu mir bin dann muss ich mir auf die Schulter klopfen. Ich mach das doch ganz gut.
Mich ermutigt es, wenn andere Frauen zeigen was wirklich los ist, in ihrem Leben. Dass nicht immer alles einfach und unkompliziert ist, ich nicht die Einzige bin die an ihre Grenzen stößt und sich überfordert fühlt. Es sind diese anderen Frauen, die nicht so tun als wären sie die Übermutter in Person, sondern einfach nur Menschen, die mich jeden Tag motivieren die unangenehmen Gefühle hinter mir zu lassen. Je länger ich Mutter bin, desto mehr festigt sich die Erkenntnis in mir, dass es nicht die eine richtige Mutter gibt. Jede Mutter, ebenso die Kinder, sind Individuen.

Leider wurde mir in den letzten Jahren viel zu oft, und oft ungefragt, erklärt was ich alles falsch mache, was meine Kinder brauchen, wie ich sie zu erziehen habe und wie ich generell mein Leben führen sollte, damit wir für meinen Mann und Vater der Kinder keine Zumutung und Belastung sind. Noch übe ich mich in Gelassenheit wenn mir wieder jemand ungefragt erklären möchte wie ich zu handeln oder zu sein habe. Ich muss nicht alles ertragen. – Ich war nie ein Fehler und will es auch nicht werden. Keine Kritik von jemandem annehmen, den ich nicht auch um Rat bitten würde, ist vermutlich ein ganz guter Plan für die Zukunft.
