6.30 Uhr. Erstmal Kaffee.
So früh war ich die ganze Woche noch nicht wach. Dann scheint die Erkältung endlich auskuriert, wenn man von den noch immer gereizten und angeschwollenen Schleimhäuten in der Nase absieht. Tatsächlich fühle ich mich aber auch wieder deutlich besser. Ich habe sogar den Wecker meines Mannes gehört, der ja trotz Ferien arbeitet. Ist ja auch völlig ok. Wer hat denn schon so viel Ferien? Selbst als Elternpaar? Zum Jahreswechsel hab ich mal geschaut wie viele Ferienwochen in diesem Jahr auf uns warten. Wenn ich mich nicht verzählt habe sind es 13 Wochen. Bewegliche Ferientage, andere Ausfälle und Kindkranktage nicht mit gezählt. Es gibt ja nicht in jeden Ferien die Möglichkeit Betreungsangebote in Anspruch zu nehmen, und nicht jeder hat die Option dass täglich die Großeltern einspringen können oder wollen. – Soweit ein paar Gedanken zum Kaffee, den ich jetzt erst einmal in Ruhe weiter trinke bevor ich mich ins heutige Abenteuer stürze. Die Kinder schlafen eh noch. Und selbst wenn sie wach sind wollen sie nicht sofort aufstehen. In den Ferien wurde jetzt schon häufiger gewünscht liegen bleiben zu wollen bis der Papa nach Feierabend gegen 16.00 Uhr wieder Zuhause ist mit der Begründung dass mir ja dann keiner im Haushalt helfen müsse weil ich nicht gestört würde bei allen Alltäglichen Aufgaben, und der Papa dann auch Zeit für sie hätte …
Der Tag nimmt fahrt auf.
8.00 Uhr. Nachdem ich noch etwas gelesen und einen weiteren Blogartikel geteilt habe sind die Kinder auch wach und der Tag nimm fahrt auf. Erste Diskussionen über grundlegende Fragen, wie die Wichtigkeit des Zähneputzens oder Notwendigkeit des Betten machens am Morgen, sind geführt. Das Argument dass das eben ordentliche Menschen tun zog dabei nicht so wirklich. Außerdem gibt es einem bereits am morgen ein besseres Gefühl weil man schon etwas geschafft hat. Selbst bin ich zumindest mit einem gemachten Bett mit gutem Beispiel vorangegangen. Zähne putzen wird gleich erledigt wenn ich zum Duschen ins Bad komme. Vorher werden aber noch die Kinder ins Bad gehen um sich fertig für den Tag zu machen. Das sich Schulkind und Vorschulkind selbst Anziehen können ist ihnen durchaus schon zuzztrauen. Im Sportunterricht bin ich auch nicht mehr zum Helfen dabei wenn sie sich umziehn müssen.
Der übrige Vormittag und teile des Mittages plätschern so vor sich hin. Die Kinder spielen, alle 10 Minuten ertönt wahlweise ein „Mama, kuck mal!“ oder „Ey, lass das.“ gefolgt von kindlichem Handgemenge. Geschwisterliebe hab ich mir ja ein wenig anders vorgestellt. Ich springe die ganze Zeit irgendwie zwischen allem hin und her, bearbeite dabei die akuten Dinge dass es nacher wenn mein Mann nachhause nicht aussieht als hätte eine Bombe eingeschlagen. Zwischendurch frage ich die Kinder ob sie nicht rausgehen möchten. Allerdings wird abgelehnt. Hauptsache die letzten Regentage gemeckert dass es zu nass zum Rausgehen ist.
Am Nachmittag
Gegen halb zwei fällt mir ein dass ich heute ja noch gar nichts gegessen habe. Also mach ich uns dreien eine kleine Brotzeit. Die Kinder hatten ja schon Frühstück und Obst zwischen durch. Warm für alle gibt es heute Abend. Da passt das so ganz gut. Danach schneide ich erst mal zwanzig Fingernägel, zehn pro Kind und die eigenen Hände haben es auch nötig. Also mit dem Nagelknipser kürzen, in Form bringen, Nagelhautentfernen zusätzlich ein bisschen Pflege in Form von Handcreme und einer Nagelhärter-Kur. Danach, also jetzt, muss ich erst einmal Wäsche falten damit wir alle was zum Anziehen im Schrank haben. Mittendrin möchte auch der Kater Spielen und bringt ein Bällchen mit. Die Waschmaschine piepst mit der nächsten Ladung Wäsche die aufgehängt werden soll. Und ich weiß gerade nicht wo mir der Kopf steht. Wie gerne hätte ich eine Pause und einfach Ruhe. Ich schaue auf die Uhr noch gut eine Stunde dann kommt mein Mann nach Hause. Einer mehr der meine Aufmerksamkeit möchte und niemand dem ich jetzt mal alles hin schieben kann. Die neuen Arbeitszeiten haben ja was für sich, keine Frage. Aber in den Ferien, wenn man sonst nach einem langen ab 20 Uhr Zeit für sich alleine hatte zum Bloggen, Lesen oder einfach nur sein ist das Abends echt eine neue Herausforderung. Morgens in zwei Stunden Ruhe reist man auch nicht wirklich viel außer eine Dusche und ein Kaffee. Ich beginne heute, jetzt gerade, so langsam zu begreifen wie wichtig es für mich wird noch mehr zu priorisieren was mir wichtig ist. Und während diese Erkenntnis noch Sackt höre ich wie die Wohnungstür aufgeht und die Kinder freudig ihren Papa begrüßen.
Fertig gebloggt
Damit wir nächste Woche nicht komplett Planlos sind habe ich noch den Essensplan für kommende Woche geschrieben. Gleich gibt es hier das heutige Abendessen. Danach passiert nicht mehr viel außer Kinder ins Bett bringen, Küche aufräumen, ein Glühwein trinken und selbst ins Bett gehen. Deshalb ende ich jetzt auch hier und wünsche einen schönen guten Abend, guten Morgen oder guten Tag. Je nach dem wann du das hier liest.
