10:36 Uhr endlich sitze ich mit meinem ersten Kaffee am Schreibtisch und kann diesen Blogartikel beginnen. Hier zu sitzen könnte auch angenehmer sein. Zwischen mir und Tatstatur liegt noch unser Kater. Ein Arm unter ihm ein Arm über ihm. Dann klingelt es auch schon an der Tür. Mein Sohn kommt mit der Oma zurück. Beide waren heute schon unterwegs zum Spielwarengeschäft um ein Geburtstagsgeschenk für seinen Freund auszusuchen. Also erst einmal hier unterbrechen. Ich bin eigentlich schon seit halb sieben auf. Aber gefühlt habe ich noch nichts wirklich geschissen bekommen. Obwohl ich mir jetzt in den Ferien morgens noch mal 15 Minuten extra Zeit nehme um ein paar Übungen für mehr Flexibilität in der Wirbelsäule zu machen. Direkt nach dem Aufstehen am Morgen. Wenn die Kinder zur Schule müssen ist die Zeit morgens so knapp getaktet. Da schaff ich das nicht. Und noch früher Aufstehen kommt dann generell nicht in Frage.
Im Hausinternen Gruppenchat wurde auch schon wieder die eine oder andere Nachricht geschrieben. Unteranderem über regennasse Teppiche und volle Fliegen fallen. Aus Gründen. Das nahm auch ein bisschen Zeit in Anspruch. Außerdem habe ich ein Kaffee- und Play Date für die Kinder und mich eingetütet. Die Waschmaschine lief auch bis gerade und wartet jetzt vorwurfsvoll darauf geleert zu werden. Immerhin konnte ich meine Tochter schon zum Duschen motivieren. Im Moment trödelt sie mit und bei allem. Da wird aus einer 15 Minuten Kinderdusche schnell man eine Dreiviertelstunde Wasserspiele. Während sie geduscht hat, habe ich ausprobiert in der großen Küchenmaschine Kaffee zu mahlen. Das hat besser geklappt als in der kleinen elektrischen Kaffeemühle von Oma. Aber jetzt erst mal zurück zur Wäsche, da kümmere ich mich jetzt zu erst drum.
„Mama mir ist langweilig.“ tönt es neben mir. Als hätte mein Sohn meine Gedanken gelesen. Er zeigt mir seine Schiedsrichterkarten und möchte Fußball spielen. Ich erkläre dass ich mich unser Bett noch ordentlich machen und mich um die Wäsche kümmern möchte. Danach können wir kucken was wir über den Nachmittag machen.
Wo ist die Zeit hin? 14.06 Uhr ich bin jetzt erst fertig geworden mit allem. Aber nicht weil ich zu viel Pause gemacht hätte. Bevor ich an die Wäsche bin habe ich mir noch meine Nägel gefeilt. Sonst hätte das in Kombination mit der Wäsche eine mittlere Katastrophe gegeben, wenn ich überall mit den Nägeln hängen geblieben wäre. Zwischen durch galt es ein müdes und ein motzendes Kind mit unterschiedlichen Vorstellungen bei Laune zu halten und Geschwisterstreitigkeiten zu schlichten. Das klingt tatsächlich einfacher als es oft ist. Denn oft sind die unterschiedlichen Vorstellung so weit von einander entfernt wie der Nord- vom Südpol. So auch heute. Immerhin einigen sie sich irgendwann auf gemeinsames Spielen mit der Holzeisenbahn. Und gerade sind sind sie zu zweit allein auf dem Spielplatz um die Ecke. In den Garten wollten sie nicht nach dem sie dort unseren Nachbarn mit seinem Hund entdeckten. Vor dem Hund haben sie nämlich Angst. Ich werde ihnen gleich zum Spielplatz folgen. Brauche aber im Moment mal fünf Minuten Ruhe für den Kopf und um hier und den Monatsrückblick weiter zu tippen.
Zurück vorm Spielplatz gibt es eine Runde Eis und was zu trinken. Dann flezen wir uns zum Fernsehn auf die Couch. Manchmal sind Ferien auch das. Einfach weniger müssen und deshalb mehr. 16.37 Uhr mein Mann ruft gerade an. Er hat Feierabend und ist gleich zuhause. Wir freuen uns. Endlich ist Papa wieder da.
Eine knappe Stunde später kippt die Stimmung allerdings. Wir sind gerade auf unserem Balkon und hören wie unser Nachbar vor seinem Gefolge wieder einmal Lügen, Halbwahrheiten, Beleidigungen und Provokationen über uns auspackt. Wer lässt sich gerne als Fotze betiteln? Mein Mann wollte eh noch den Müll runter bringen er nutz die Gelegenheit und spricht den Typen auf das Gehörte an. Der hat das alles natürlich nicht gesagt. Außerdem legt er meinem Mann nah ein Vaterschaftstest bei unserem Sohn zu machen. Gefolgt von der nächsten Beleidigung. – Wer das was derzeit hier abgeht nicht live mit erlebt hat glaubt es nicht.
Mein Mann kommt wieder rein. Und wir kümmern uns um Abendessen und ein gedeckten Tisch. Es gibt Reste vom Grillen am Sonntag. Nach dem Essen machen sich die Kinder fertig fürs Bett und in Schlafanzügen schauen wir noch eine Serie. Gegen halb neun erklären wir den Tag für beendet und wir bringen die Kinder ins Bett. Im Anschluss erledigen wir noch ein paar Kleinigkeiten bevor auch wir Eltern ins Bett gehn.

Ein Kommentar zu „Was machst du eigentlich den ganzen Tag? || August 2024“