Nach dem wir jetzt seit drei Wochen die Sommerferien hinter uns gelassen haben und auch unser Sohn gut in der Schule angekommen ist wird es für mich wieder Zeit mich wieder mehr dem Haushalt zu widmen. In den sechs Wochen Sommerferien ist viel liegen geblieben. Vor allem der Staub. Die üblichen Routinen in den Ferien hat man einfach mal sausen lassen und man war als Familie mehr zusammen. Prinzipiell bei uns kein Thema da ich hier ohne hin auf eine gute Grundordnung achte und weil es das normalste der Welt ist gibt es hier standartmäßig auch die eine oder andere Chaos ecke. Mit vier Personen auf nicht ganz 80 qm zu wohnen verteilt sich eben auch viel Zeug. Ich könnte zwar ausmisten. Aber das meiste brauchen wir dann doch, oder wir wollen uns einfach noch nicht davon trennen. Jedenfalls fände ich es grandios wenn ich wieder mehr Ordnung ins Chaos bringen könnte ohne den Vormittag wenn die Kinder in der Schule sind putzend zu verbringen. Auf meiner Suche nach einfachen und schnellen Methoden bin ich erneut über die Fly Lady und ihr versprechen gestolpert dass man mit 15 Minuten putzen am Tag die Bude in Schuss hält. Dazu muss man sein Zuhause vorher in 5 Zonen eingeteilt haben. Die mit dem ersten Tag des Monats starten und sich wöchentlich abwechseln. Prima, denkt sich mein Hirn und wo erledige ich den Alltagsscheiß?

Bei näherer Betrachtung bröckelt das Bild der glänzenden Küchenspüle schnell. Das Zauberwort sind Routinen. Die aus all den kleinen Aufgaben bestehen die sonst so anfallen: Betten machen am morgen, Frühstücksgeschirr in die Spülmaschine räumen, die Spüle kurz auswischen, das Klo und Waschbecken einmal pro Tag auswaschen, den Geschirrspüler am Mittag und Abend wieder beladen … jeder Handgriff für sich dauert vielleicht längstens drei Minuten und da war ich schon langsam. Macht aber bei zehn Handgriffen halt auch wieder eine halbe Stunde aus. Zumal ich ohne hin morgens meine Routinen-Runde durch die Wohnung drehe und am Mittag nach dem Mittagessen auch wieder die Küche sauber mache, bevor die Kinder Hausaufgaben machen. Würde ich jetzt jeden Tag noch raussaugen oder gar kehren wie es die Fly Lady empfiehlt würde ich meine kinderfreie Zeit jeden Vormittag mit putzen zu bringen. Außerdem muss irgendwo auch noch die Wäsche dazwischen geschoben werden. Die hängt sich weder von alleine ab, noch faltet die sich selbst und verschwindet von allein in die Schränke aller Familienmitlgieder. Das zu erledigen kostet Zeit und manchmal stehen hier am Tag auch mal zwei Wäschekörbe rum die mich vorwurfsvoll ankucken und darauf warten dass sie weiter bearbeitet werden.


Keine Frage ich sorge gerne auf diese Art für meine Familie und fühle mich auch selbst am wohlsten wenn es einigermaßen ordentlich ist. In meinem Fall finde ich es auch wenig sinnvoll die Routinen aufzudröseln für den Vormittag, Nachmittag oder Abend. Wenn die Kinder da sind ist die Hausaufgabenbegleitung wichtiger als Wäsche aufhängen oder Staubsaugen. Klar kann ich mir das passend zu unseren Bedürfnissen zurecht basteln. Aber dann ist es ja nicht mehr die Fly Lady nach der ich die Wohnung sauber halte sondern meine eigene Methode. Dabei kommt diese auch ganz gut ohne Zonen und Hotspots zusätzlich zu den Routinen aus. Ich weiß auch so ganz gut wo Mist liegen bleibt und wenn ich ganz viel Lust und Zeit über habe kümmere ich mich um die Beseitigung. Ansonsten darf auch gerne der kram liegen bleiben. Ich bin mir sicher der läuft mir nicht weg und liegt morgen noch genauso da.


Trotzdem halte ich das System sinnvoll für alle die sich in überforderten Situationen wieder finden. Die mit Plänen und festen Strukturen womöglich mehr erreichen als ohne. Die wirklich schon morgens damit anfangen müssen das zur Routine werden zu lassen sich selbst fertig zu machen für den Tag. In der Praxis merkt man dann auch sehr schnell was für einen persönlich funktioniert und was nicht. Innerhalb einer Familie kann man sich auch die Aufgaben teilen, es sollte niemals einer alleine für alle Aufgaben auch nicht die Routine Aufgaben alleine verantwortlich sein. Das System liefert gute Ansätze von denen man sich inspirieren lassen kann um seinen eigenen Weg zu gehen. Sonst aber ist die Fly Lady Methode keine Zauberformel um den Haushalt im Griff zu behalten.

Ich hab mir tatsächlich aus allen Methoden das rausgepiekt, was für mich passt. Ein Teil FlyLady, ein Teil Marie Kondo usw…