61 || Glaubst du an ein Leben nach dem Tod?
Ja. Ich glaube tatsächlich an ein Leben nach dem Tod. Ich bin davon überzeugt dass unsere Seele für die Ewigkeit existiert. Wie wir sie verbringen hat im bis zu seinem Tod jeder selbst in der Hand.
62 || Auf wen bist du böse?
Spontan geantwortet auf niemanden. Ich kann nämlich grundsätzlich auf niemandem lange böse sein. Jeder hat für sein Handeln verständliche Gründe. Ob sie jetzt dienlich sind oder nicht. Tatschlich habe ich schnell Mitleid Menschen. Je nach Kontext biete ich Hilfe zu Selbsthilfe an oder ich meide die Personen und versuche ihnen so gut es geht aus dem Weg zu gehen.
63 || Fährst du häufig mit öffentlichen Verkehrsmitteln?
Wenn ich allein unterwegs bin ja. Dann bin ich aber auch drauf angewiesen. Da ich aber aktuell kaum alleim unterwegs bin fahre ich auch eher weniger mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
64 || Was hat dir am meisten Kummer bereitet?
Ich glaube das war der Tod meiner Oma 1998. Noch heute Träume ich von dem Moment als sie in unserem Wohnzimmer starb. Damals war ich gerade 11 Jahre alt und hätte gerne mit jemandem geredet um das was ich gerade gesehen habe zu verarbeiten. Aber meine erste Reaktion war Flucht. Ich kann mich noch gut daran erinnern wie ich aus dem Haus rannte und dem ältesten Sohn meiner Eltern, und seiner Frau in die Arme. Die waren gerade auf dem Weg zu uns. Während sich alle in unserem Wohnzimmer versammelten wurde ich in mein Zimmer geschickt. Dort stand ich am Fenster und konnte sehen wie Rettungswagen und Notarzt vorfuhren, ohne meine Oma wieder gingen und der Bestatter von gegenüber geholt wurde.
Die Tage und Wochen danach habe ich gemerkt wie sehr alle mit sich beschäftigt waren. Für mich ging mit der Schule mein Alltag weiter. Und zwischendurch bekam unsere Familie Zuwachs. Erst in den Sommerferien während einer Freizeit merkte ich wie sehr mich das alles mitgenommen hatte. Nach dem, in dieser Zeit, Angebotenen Erste Hilfekurs für die Teilnehmenden Kinder machte ich mir Vorwürfe meiner Oma nicht geholfen zu haben und hätte mir gewünscht die Zeit zurück drehen zu können. Aus irgendeinem Grund dachte ich nach der Freizeit auch dass ich irgendwie daran Schuld gewesen bin weil ich nicht helfen konnte.
Irgendwann während einer Therapie habe ich mit einer Psyschologin über diese Zeit gesprochen. Es ist seit dem einiges geheilt, ich mache mir keine Vorwürfe mehr und habe auch diese Schuldgefühle nicht mehr. Ich war aber ein Kind, und hatte noch kein Wissen in der Ersthilfe. Das habe ich verstanden. Ich hätte jemanden gebraucht der sich um mich kümmert und nach mir sieht. Die Narbe ist aber immer noch deutlich da und die Bilder von damals werden nie gänzlich verschwinden.
65 || Bist du das geworden, was du früher werden wolltest?
Gehe ich in Gedanken zurück erinnere ich mich wie gerne ich mit meinen Puppen gespielt habe. Ich war gerne Puppenmama. Die berühmte Frage wo man sich denn in 5 oder 10 Jahren sehe, die man irgendwann mal während des Erwachsenwerdens gestellt, bekommt konnte ich nie so richtig beantworten. Während andere voll die krassen und hochgesteckten Ziele hatten, wusste ich ganz tief in mir drin dass ich Mama werden will. Dabei kamen nie mehr als zwei Kinder in frage denn arbeiten wollten ich auch. Irgendwas eigenes. Ganz ohne greifbare Definition sollte es sein.
Um die Frage beantworten: Ja, ich bin das was ich früher werden wollte. Ich bin Mama seit unglaublichen acht Jahren schon.
66 || Zu welcher Musik tanzt du am liebsten?
Ich hab mir auf Spotify eine Playlist zusammen gebastelt. Die klingt zwar ein bisschen wie ein Mixtape aus meinen zwanzigern mit ein paar Kinderliedern gemischt… Aber dazu tanze ich am liebsten durch unsere Wohnung.
67 || Welche Eigenschaft schätzt du an einem Geliebten sehr?
Geduld, Fürsorglichkeit, Verantwortung und Humor.
68 || Was war deine größte Anschaffung?
In Zentimetern war das sicherlich unsere Couch. Vom Wert her war das mein Laptop vor zwanzig Jahren.

69 || Gibst du Menschen eine zweite Chance?
Das kommt auf den Kontext an und wie gut wir vorher miteinander konnten. Meistens aber ja.
70 || Hast du viele Freunde?
Ich habe keine Freunde. Nur lose Bekanntschaften. Dank Instagram weiß ich dass ich nicht die einzige bin der es so geht. Schon in der Jugend hatte ich nicht viele Freunde. Ich hatte auch nie die eine beste Freundin mit der man alles teilt. Obwohl eine Freundschaft sehr nah dran war. Die wege trennten sich als sie ihren heutigen Mann kennenlernte. Nach drei oder vier treffen zu dritt wollte ich sie auch gerne wieder alleine sehen. Das war der Anfang vom Ende und bis zu ihrer Hochzeit nahm der Kontakt immer weiter ab.
71 || Welches Wort bringt dich auf die Palme?
Gleich.
72 || Bist du schon jemals im Fernsehen gewesen?
Nein. Aber beinahe doch. Ich hatte mich 2013 auf einen Kanditaten bei Schwer Verliebt beworben. Lief damals auf Sat 1. Tatsächlich wurde ich auch von den Verantwortlichen der Produktionsfirma nach Berlin eingeladen um mein Kennenlernvideo aufzuzeichnen. Danach kam ich in die nächste Runde und bat für meine Zusage um Bedenkzeit weil ich mittlerweile jemanden kennen gelernt hatte aber noch nicht sicher war ob das was wird oder nicht. Als ich der Produktion dann aber zusagte sagten sie mir dann doch ab. Der Kanditat auf den ich mich beworben hatte fand in der zwischen Zeit heraus dass er homosexuell ist.
73 || Wann warst du zuletzt nervös?
So richtig? Vor der Geburt unserer Tochter. Ich hab es mir nicht anmerken lassen, aber ich hatte tierische Angst vor der Geburt. Dann war sie kaum da und ich wollte direkt ein zweites Kind. Dass unser Sohn nur ein Jahr später schon dazu kommt hat zu dem Zeitpunkt noch keiner geahnt.

74 || Was macht dein Zuhause zu deinem Zuhause?
Der Geruch, das Licht, die Farben, die Katze und die Menschen. – Ich kann es gerade schwer definieren. Dieses gewisse wohlige Gefühl dass man beim betreten der Wohnung verspürt und zu wissen hier kann ich sein wie ich bin.
75 || Wo informierst du dich über das Tagesgeschehen?
Gar nicht. Okay, hin und wieder schaff ich es doch mal vorgeschlagene Artikel im Newsfeed meines Handys zu lesen. Aber nur sporadisch.
76 || Welches Märchen magst du am liebsten?
Alice im Wunderland. Die Verfilmung von Tim Burton hat es mir besonders angetan.
77 || Was für eine Art von Humor hast du?
Eigentlich glaube ich nicht sehr humorvoll zu sein. Außerdem mag ich es nicht wenn andere mich auf den Arm nehmen wollen.
78 || Wie oft treibst du Sport?
Vor Jahren war ich jeden Tag eine Stunde beim Sport. Das war mein Lebenselexier. Damals hab ich innerhalb von ein paar Monaten 30 kg abgenommen. Zusätzlich bin ich so viel wie möglich zu Fuß gegangen. Aktuell mache ich kein Sport. Irgendwie fehlt mir die Zeit, beziehungsweise die Prioritäten sind da im Moment nicht so weit oben wie sie vielleicht sollten. Prinzipiell würde ich mich aber schon gerne wieder bei Sport auspowern.

79 || Hinterlässt du einen bleibenden Eindruck?
Sollte man das nicht die Fragen die einen kennen?
80 || Auf welche zwei Dinge kannst du nicht verzichten?
Auf mein Handy und mein Zuhause könnte ich nicht verzichten. – Letzteres war clever, das inkludiert ja auch alles was darin ist. Ich muss jetzt nicht mehr erwähnen dass ich mich nicht gut entscheiden kann.

Bei Punkt 71 musste ich grinsen. Ich kenne das zu gut…
Mich regt das Wort auch auf, wenn jemand das Wort „Gleich“ benutzt.
Ich habe für mich festgestellt, dass das Wort „Freund“ ziemlich viel Spielraum lässt. Als Kind war man so festgefahren auf „Bester Freund“ usw., dabei ist es doch nur wichtig Menschen zu finden, mit denen man gerne Zeit verbringt und vielleicht diesen einen, mit dem man sein Leben verbringen möchte, oder?