Einfach so · Herbst

Halloween? Nein, Danke.

Halloween ist längst zu einem Trend mit Gruselfaktor geworden. Man kommt kaum noch daran vorbei. Überall begegnen einem Angebote zu Halloween. Auch in der Schule sprechen Kinder über das Fest und ihre Kostüme, die sie tragen möchten, wenn sie von Haus zu Haus gehen und „Süßes oder Saures!“ rufen. Dabei hat das Fest ganz schön dunkle Wurzeln. Sich damit auseinanderzusetzen hilft zu verstehen, warum Christen, so wie wir, sagen, dass sie das Fest nicht feiern. Doch wo liegen eigentlich die Wurzeln?

Halloween hat seine Wurzeln im irisch-keltischen Neujahrsfest Samhain. Es soll das Ende des Sommers und den Übergang in die dunklere Jahreszeit symbolisieren. Es war ein spirituelles Fest und der Legende nach glaubte man, dass in dieser Nacht die Grenze zwischen unserer Welt und der Welt der Toten besonders durchlässig ist. Um sich in dieser Nacht vor bösen Geistern zu schützen, wurde sich verkleidet und es wurden Feuer angezündet. Damit die Geister zu besänftigt wurden legte man Speisen vor die Häuser als Opfergabe um das Böse fernzuhalten. Mit der Ausbreitung des Christentums und der Einführung des 1. November als Gedenktag an alle Heiligen – also Allerheiligen – Wurde der Abend davor als “All Hallows` Eve bekannt. Später wurde daraus Halloween.

Heute hat Halloween seinen spirituellen Ursprung weitgehende verloren. Kommerzielle Interessen rund um das Fest sind nicht weg zu reden, und vor allem Kinder sind begeistert. Trotzdem sind in einigen Gruppierungen viele der alten Bräuche erhalten geblieben. Bei Satanisten, Hexen und anderen Anhängern esoterischer Strömungen gilt der Tag sogar als der höchste Feiertag im Ganzen Jahr. Die Symbolik von Geistern, Tod, Dunkelheit und Okkultismus die das Fest in den Mittelpunkt stellt sind dabei für Christen kein harmloser Spaß. Als Christin glaube ich dass Jesus das Licht der Welt ist und dass Dunkelheit keinen Platz in meinem Leben haben sollte. Für uns als Familie steht deshalb fest dass wir Halloween nicht feiern möchten. Aus Überzeugung. Dafür erkläre ich meinen Kindern was hinter dem Fest steckt und ich helfe ihnen ihre eigenen Haltung zu entwickeln. Es geht dabei nicht darum den Kindern etwas zu verbieten sondern ihnen Werte zu vermitteln.

Allein der Brauch “Trick or Teat” – auf Deutsch “Süßes oder Saures” – mag auf den ersten Blick ein lustiges Spiel sein. Die Kinder ziehen verkleidet durch die Straßen klingeln an Türen und fordern Süßigkeiten ein. Dieser Brauch hat seinen Ursprung in keltischen Ritualen. Bereits am Anfang habe ich geschrieben dass man den Geistern Speisen vor die Tür stellte um sie zu besänftigen. So soll Unheil vermieten werden. Wer nichts gab musste mit Ärger rechnen. Dieses Prinzip finden wir heute im Spruch “Süßes oder Saures” wieder. Ich möchte meinen Kinder dieses Prinzip nicht weiter geben: Drohen mit etwas bösem wenn man nichts gutes bekommt. Ich möchte meinen Kindern beibringen dass geben Freude macht und nicht aus Angst vor Schaden und Unheil geschehen sollte. Wenn Kinder lernen dass sie fordern dürfen und des sonst Ärger gibt ist das Manipulation.

Man kann ja trotzdem mit einem alternativen Programm feiern. Ein paar Ideen hat diese Sonja Gera auf ihrem Instagram Kanal geteilt. Unser Favorit ist es die Klingel auszuschalten und uns gemütlich auf die Couch zu kuscheln und ein Film zu sehen. Aber ich merke wie sehr sich die Kinder wünschen zu feiern. Und überlege für nächstes Jahr eine Lichterparty zu planen bei der Freude, Gemeinschaft und Hoffnung im Mittelpunkt stehen. Das zeigt den Kindern dass man Spaß haben kann auch ohne die Dunkelheit zu verherrlichen.

Noch etwas… Kaum ein Symbol ist so sehr mit Halloween verbunden wie ein geschnitzter Kürbis. In unserem Fall ist er aber, auch in geschnitztem Zustand, eher eine einfach schöne herbstliche Dekoration. Ganz gleich ob er für einige historisch als Schutzsymbol heidnische Traditionen gilt. Das steht für mich persönlich auch nicht entgegen meiner Überzeugung, es kommt hier meiner Meinung nach auf die Haltung des Herzens an. Das gleiche gilt im Übrigen auch für den Weihnachtsbaum. Die Tradition rund um den Weihnachtsbaum geht nämlich auch heidnische Wurzeln zurück.

Übrigens am selben Tag wie Halloween ist auch Reformationstag. Er erinnert an Martin Luther der 1517 seine 95 Thesen anschlug und damit eine Bewegung auslöste, die das Evangelium neu in den Mittelpunkt stellte. Der Reformationstag erinnert so an das Licht und Wahrheit und steht für Gnade und Freiheit. Auch der 1. November ist ein kirchlicher Feiertag und ehrt Menschen die im Glauben gelebt haben. So treffen an diesen beiden Tagen verschiedene geistliche Strömungen auf einander. Dunkelheit und Licht, Angst und Hoffnung, Aberglaube und Wahrheit.

Es geht mir nicht darum anderen den Spaß zu verderben, sondern darum, bewusst zu leben und nicht irgendetwas zu feiern was die Dunkelheit und den Tod so sehr in den Mittelpunkt rückt. Ich feiere dann doch lieber das Licht und das Leben.

2 Kommentare zu „Halloween? Nein, Danke.“

  1. Hallo Franziska,
    interessante Worte die du da schreibst. Es ist natürlich auch immer spannend mal eine andere Seite zu lesen. Allerdings muss ich dir sagen, dass wir unsere Kinder auch zu Halloween rum reisen lassen. Ich verbinde das „Fest“ aber auch nicht mit Dunkelheit und Düsternis. Ich sehe es eher rein als kleinen Spaß. Mir gefällt der Gedanke wie bei dem Film „Coco“. Ein Tag an dem den Toten gedacht wird. Wäre doch schön, wenn die Toten an diesem Tag mit uns feiern könnten?! Klar macht es den Kindern auch mal Spaß andere zu erschrecken oder kleine Streiche zu spielen. Ich denke, das Ganze hat auch viel mit Erziehung zu tun. Meine Kids verbinden den Spruch den sie aufsagen, nicht mit einem Hintergedanken, von wegen jetzt müssen wir dem aber etwas böses tun. Teilweise haben sie auch ganz andere niedliche Reime aufgesagt.
    Also um es auf den Punkt zu bringen, ja ich verstehe deinen religiösen Gedanken dahinter und respektiere das auch, wir sehen es aber eher locker und nehmen es als reinen Spaß und nicht mit dunklen Hintergedanken oder okkulten Phantasien.
    Ich wünsche euch eine schöne Kuschelzeit.
    Liebe Grüße

Ich freu mich über Kommentare!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *