Dann wache ich plötzlich auf. Der Babyjunge wird gerade wach, bekommt seine Milch und schlummert danach weiter. Das Kleinkindmädchen schlummert noch und ich starte mit einer Dusche in den Tag.
Aus dem Babyphone ertönt noch undefinierbares gebrabbel und mein Herz hüpft vor Freude!
Ich könnte platzen vor Glück wenn ich in das Zimmer meiner Kinder gehe, mit dem Wissen, dass das meine Kinder sind. Das sind die Tage, da tanze ich morgens schon um 8 Uhr zu Kinderliedern durch die Wohnung, küsse kleine Käsefüßchen und puste an kleinen Babybäuchen, auch bei der vierten Windel in 45 Minuten verdrehe ich noch nicht genervt die Augen. Dann fallen mir meine Gedanken und Worte von anderen Tagen ein und ich frage mich wer diese schlecht gelaunte Person war.
Ich beginne zu verstehen: Mutter sein ist ein Wechselbad der Gefühle mit extremen Emotionen. Positive wie negative. Nie zuvor in meinem Leben war ich, psychisch und körperlich, so sehr am Rand des Möglichen. Aber auch, nie zuvor in meinem Leben habe ich so sehr geliebt!

Und es tut mir, verdammt noch mal, sehr leid, dass ich so ungeduldig bin. Ich versuche die Mama zu sein, die ich gerne für meine Kinder wäre und ich gebe Tag für Tag mein Bestes. Ein wenig Empathie für Mama wäre ab und an schon mal ganz fein.
Ja, so geht es mir im Moment manchmal wirklich. Und manchmal wollen diese Tage einfach nicht enden.
Ich bewundere die Mütter die ihr Kind Nacht für Nacht in den Schlaf tragen. Es oft Stundenlang kuscheln, stillen und wiegen. Mein Respekt gilt den Müttern, die über Jahre hinweg nicht durchschlafen, und oft nicht einmal vier Stunden am Stück schlafen können. Die die abends zusammen mit dem Kind ins Bett gehen und Händchen halten. Ich ziehe meinen Hut vor jenen Müttern deren Tag um 6 Uhr beginnt und erst zwischen 20 und 21 Uhr endet, und die danach noch einen Kuchen backen oder den Haushalt machen. Ich möchte all das auch sein! Ich kann es aber nicht! Ich lauf schon auf dem Zahnfleisch, wenn eines meiner Kinder doch mal nicht durch schläft, und beschließt dass nachts um 2 Uhr ein guter Zeitpunkt zum Spielen ist. Wenn abends die Kinder schlafen kann ich nur noch müde zusammensacken. Da ist nichts mehr mit selbst Küche auf räumen oder so. Es fühlt sich an als wäre mein Akku dauerhaft rot. Wie bitte machen das die anderen Mütter? Insbesondere die die auch noch arbeiten gehen? Seid ihr alle eine Version des Duracell-Hasen und ich bin irgendein nachgemachter Discounter-Hase?
