Einfach so · Mamakram

Geburtsbericht || Ein Kaiserschnitt

Ich werde wach und spüre so ein ziehen. Ich schlafe wieder ein.
Es ist irgendwas um Mitternacht.

Einige Minuten später schon wieder. Und noch mal, und noch mal. Scheiße, was ist das.
Ich war der festen Überzeugung, dass das ja keine Wehen sein können, schließlich war ich ja nicht schwanger. Aber dafür kamen mir die Schmerzen zu bekannt vor und erinnerten mich zu sehr an die Geburt meiner Tochter, nur ein Jahr zuvor. Die Abstände werden kürzer, der Schmerz intensiver.

Ich wecke meinen Partner: Du, ich hab da so ein ziehen!

Schnell packen wir eine Tasche für mich, rufen die Großeltern an, um unsere Tochter in guten Händen zu wissen und fahren ins Krankenhaus. Dort angekommen ging es zügig in den Kreißsaal, erste Untersuchungen: CTG, Ultraschall. – Herzlichen Glückwunsch! Sie sind schwanger und es sieht so aus als ob das Kind heute kommt. – Inzwischen dürften wir irgendwas von um die 4 Uhr haben und mein Muttermund war schon fast vollständig eröffnet. Die Wehen kamen und gingen immer häufiger und regelmäßiger. Zumindest solange ich noch entspannt war.

Mit der Neuigkeit, und einige Untersuchungen später ließen die Wehen deutlich nach. Ich drängte auf einen Kaiserschnitt. Irgendwie hatte ich das Gefühl dass was nicht stimmt. Ich wollte nicht schon wieder Stunden lang in den Wehen liegen und am Ende erschöpft nur mit Hilfe der Saugglocke mein Kind entbinden können.  Nach einigem Hin und Her mit der diensthabenden Oberärztin, und einem Hebammenwechsel ging dann alles ganz schnell.

Wir wurden in den OP gebracht, ich wurde entsprechend Vorbereitet. Bekam eine Rückenmarknarkose von der mir zwar etwas schummrig wurde, aber sonst keine Folgen hatte. Es wurde kurz gewartet, dann bat man mich, mich auf den Rücken zu legen, die Beine zu spreizen und anzuwinkeln. Ganz witzig! Bauchabwärts habe ich nichts gespürt. Gar nichts! Also half man mir in die vorgesehene Postionon zu kommen. Von dem Anästhesisten, wurden wir über die nächsten Schritte aufgeklärt. Er wisch uns auch nicht eine Sekunde von der Seite.

Erst wird ein OP-Tuch zwischen Kopf und Bauch aufgehängt, dann wird der OP-Bereich und die umliegenden Partien gereinigt und desinfiziert. Ein Blasenkatheter wurde gelegt, und dann ging es los. Die Ärztin setzte einen ca. 10 cm langen Schnitt quer am Unterbauch, danach fühlte ich wie es drückte und rüttelte. Kurz darauf hörte ich auch schon, wie die Operierende Ärztin direkt nach der Kinderärztin rief, da es meinem Baby überhaupt nicht gut zu gehen schien. Sollte ich jetzt etwa ganz umsonst hier eine OP mitgemacht haben? Was ist los? Warum höre ich mein Baby nicht? Kaum zu Ende gedacht, hörte ich ein Schrei, und die Hebamme kam und meinte unserem Sohn ging es gut. Kurz darauf kam auch schon die Kinderärztin mit unserem Sohn und wir durften ihn kurz sehen bevor sie ihn sofort mitnahm.
Unterdessen entfernte man die Plazenta und nähte mich schichtweise mit selbstauflösenden Fäden wieder zu.

Danach wurde ich ohne meinen Sohn in den Aufwachraum geschoben. Dort hatte ich die Zeit überhaupt erst Mal zu realisieren was da in den letzten Stunden überhaupt passierte.
Ich war gerade ein zweites Mal Mutter geworden, ohne bis zum Einsetzen der Wehen überhaupt etwas von der Schwangerschaft mitbekommen zu haben. Endbunden habe ich gerade per Kaiserschnitt, und meinem Sohn ging es offensichtlich nicht gut. Er kam in die Kinderklink des Krankenhauses. Erst am nächsten Tag durfte ich am Vormittag zu ihm.

 

 

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