Mamakram

Gastbeitrag || Tabuthema – Fehlgeburt (Trigger Warnung!)

Als mich der folgende Beitrag erreichte, habe ich zunächst überlegt ob das Thema überhaupt hier her passt. In einen Blog der im Großen und Ganzen schwerelos sein sollte und die schönen Seiten des Lebens zeigt. Aber wie können wir das Gute und Schöne nicht schätzen wenn wir nicht auch einen Blick auf das weniger Schöne riskieren. So wag ich es das Thema hier im Blog mit diesem Gastbeitrag aufzugreifen. Dieser Beitrag sorgt definitiv dafür, dass ich meine Kinder noch dankbarer in die Arme nehme! Denn nicht jeder hat das Glück zwei gesunde Kinder zu haben so wie wir. T. hat nicht so ein Glück bisher. Sie lernte ich zusammen mit ihrem Mann schon vor ein paar Jahren im Rahmen eines Portraitshootings kennen. Vor einigen Monaten schon schrieb sie mir von einem Erlebnis das sie verändert hat. Sie verlor ihr ungeborenes Kind. In ihr wuchs ihr Wunschkind. Sie und ihr Mann hatten bereits erste Pläne geschmiedet für das Leben zu dritt. Doch dann kam der Tag, an dem sie das Baby verlor …

Heute will ich mich mal mit einem Thema befassen, das viele von Euch vielleicht schon erfahren haben aber in unserer Gesellschaft immer noch ein Tabuthema ist. In den sozialen Netzwerken sieht man immer wieder viele Bilder von Mamis mit ihren Babys oder Schwangere die stolz ihren Babybauch in die Kamera halten. Doch welche Geschichte steht dahinter? Nicht jeder das Glück, dass es direkt nach Absetzen der Pille klappt. Diese „Unfälle“ trotz Pilleneinnahme sind für mich nur schwer zu begreifen. Ich glaube ich würde die Pille nicht mehr nehmen. Wie sie einen verändert, merkt man doch erst nach Absetzen der Pille: Pickel wie in der Pubertät, Haarausfall, Launen … Aber das sagt einem keiner. Naja, thats life.

Kommen wir dann mal wieder zum eigentlichen Thema: wenn es nach unendlichen Versuchen, Temperatur messen mitten in der Nacht und tausenden Ovulationstest endlich geklappt hat und man schwanger ist dann ist die Freude riesengroß. Man möchte es am liebsten sofort in die Welt posaunen. So war es auch bei uns. Mein Mann und ich haben uns riesig auf unser Baby gefreut. Das Herz hat schon geschlagen und der engste Kreis wusste auch Bescheid. Doch dann kam der Tag der Tage. Ein normaler Kontrolltermin beim Frauenarzt. Nach diesem Termin wollte ich es meinem Arbeitgeber sagen. Dann waren die kritischen 12 Wochen vorbei. Doch soweit kam es leider nicht. Das Herz unseres Krümels hat einfach aufgehört zu schlagen.

Mit den Worten „ da ist etwas nicht in Ordnung“ platzte unser Traum von einer Familie wie eine Seifenblase. Wir waren geschockt. Warum wir? Warum verdammt nochmal wir? Alles ist perfekt, Jobs, Haus, finanzielle Situation. Warum verdammt nochmal wir? Die Frauenärztin war leider eiskalt und sehr emotionslos. Wir wurden an das Krankenhaus verwiesen wegen einer operativen Ausschabung. Im Krankenhaus waren alle total nett und man hat sich trotz der nicht so tollen Umstände sehr gut aufgehoben gefühlt. Die Tage danach waren allerdings einfach unvorstellbar schlimm. Man hat sich so leer gefühlt und hilflos und alle Pläne wurden verworfen.

Was einem irgendwie geholfen hat war die Tatsache das wir nicht alleine sind. Jeder sollte offen darüber reden, denn laut einer Statistik hat jede dritte Frau eine Fehlgeburt in den ersten 12 Wochen.

Unser Geschichte, unser Erlebnis und das Reden mit anderen Freunden aus dem Freundeskreis hat uns gezeigt, das wir nicht allein sind. Leider mussten bereits einige Paare aus unserem Bekanntenkreis diese schreckliche Erfahrung machen. Bisher wussten wir davon nicht und hätten vielleicht auch in manchen Situationen anders reagiert. Es ist wirklich unfassbar wie vielen Paaren dies widerfährt und dies Wünsche ich nicht mal meinem schlimmsten Feind. Dennoch, es war eine Laune der Natur, das es nicht bei uns bleiben sollte und vielleicht muss man als Paar auch erstmal so eine Erfahrung machen, die einen doch noch einmal enger zusammen schweisst, damit man bereit ist für das Elternleben. In unserer Gesellschaft ist das Thema Fehlgeburt immer noch ein Tabuthema. Doch ich finde man sollte darüber reden, trauern dürfen und in all seiner Trauer Ernst genommen werden. Oft wird nämlich kaum darüber geredet mit dem Gedanken, dass es ja noch kein richtiges Baby war. Aber es war schon ein Baby. Es war UNSER Baby. Das Herz hat geschlagen und wir haben uns drauf gefreut.

Unser Krümel wird immer in unserem Herzen bleiben! 
Krümel, wir vermissen Dich.

Ich freu mich über Kommentare!

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