Einfach so

Kaffeepause

Beim Spielen mit der Katze zieht das Kind diese am Schwanz durch die Wohnung. – Kinder und Tiere haben eben eine besondere Bindung. Außerdem muss er von sich aus lernen wie er respektvoll mit dem Tier umzugehen hat.

Das Kind wirft mit Nudeln und Tomatensoße um sich. – Ach es zeigt nur seine Kreativität. Außerdem steht ja im Keller noch ein Eimer Farbe rum.

Mit dem Schraubenzieher aus Papas Werkzeugkoffer in der Stecktdose rum stochern. – Klar, früh übt sich. Außerdem ist er handwerklich begabt.

Das Kind steht in der Küche und schneidet Gemüse auf mit dem scharfen Messer. – Es ist ja schon so selbstständig, da wird schon nichts schief gehen.

Okay, die Beispiele sind ein wenig übertrieben. Obwohl eigentlich ja nicht, denn so was passiert doch, und wir greifen oft nicht ein. Die Kinder machen zu lassen tut ihnen nicht immer gut. Es gibt Situationen in denen brauchen Kinder ihre Eltern und altersgerechte Grenzen. Auch das hat dann mit liebevoller Begleitung in der Erziehung zu tun. Kinder brauchen Eltern die Vorbild sind und Eingreifen, wenn es die Situation erfordert. Ein Kind denkt noch nicht an die Folgen und Konsequenzen seines Handelns wenn es das nicht lernt und macht was von ihm gefordert wird. – Da hilft es auch nicht dem einjährigen ins Gewissen zu reden, er soll doch bitte aus dem Weg gehen damit man den Tisch decken kann, wenn er zu einem auf den Arm möchte. Er will jetzt auf den Arm, alles andere ist erst mal zweitrangig. Da hilft dann nur noch das Kind nehmen und es schon mal in seinen Stuhl setzen um den Tisch zu decken.

Eltern haben nur einen Satz Nerven. Etwas das ganz gerne mal verschwiegen wird auf Instagram, Facebook und anderen Blogs, die einem erzählen dass man sein Kind ständig liebevoll begleiten soll, egal wie es einem selbst geht. Dabei ist es okay wenn auch einer Mama mal die Hutschnur reist, die Katze angeschnauzt wird und man ungerecht reagiert. Das ist authentisch. Gut man wird nicht zur Mutter des Jahres, aber was bringt es wenn wir alles abnicken und uns nicht selbst ein wenig schützen? Ein Kind liebevoll zu begleiten meint nämlich nicht das Kind an oberste Stelle zu setzten, im Alltag alles ausschließlich für seine Zufriedenheit zu geben und sich selbst als Eltern nicht wahrnehmen sondern sich selbst auch Freiräume einzuräumen. – Dann brüllt das Kind eben mal kurz weil ich gerade nicht die Puppe anziehen oder mit Puzzeln möchte.

Regelmäßig setze ich mich mit einer Tasse Kaffee in den Sessel im Kinderzimmer während, meine Kinder ein Buch ansehen oder spielen. Ich biete keine dauerhafte Animation oder lass mir sagen wohin ich wann zu gehen habe und was ich dort erledigen darf. Ich grenze mich auch mal ab, wenn ich eine Pause brauche. Sei es nur um ein Glas Wasser zu trinken oder in Ruhe und ohne Publikum auf dem Klo zu sitzen. Dann ist das Schutzgitter an der Tür zum Kinderzimmer kurz geschlossen. Das ist okay. Und für Ungerechtigkeiten versuche ich mich auf Augenhöhe zu entschuldigen und zu erklären warum ich so gehandelt habe. Ich bin genauso nicht unfehlbar wie die Kinder, es ist okay wenn auch ich noch Fehler mache. Das ist menschlich.

Ich freu mich über Kommentare!

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