Manchmal frage ich mich schon was ich mit nur einem Kind alles gemacht habe. Eigentlich muss es doch total einfach gewesen sein, im ersten Jahr mit einem Baby. Heute, mit zwei Kindern kann ich mir nicht mehr vorstellen, dass ich mit nur einem Baby teilweise überfordert gewesen bin. Obwohl eigentlich war ich das nicht. In meiner Erinnerungen haben meine Tochter und ich stets lange gekuschelt am morgen, entspannte Nachmittage auf der Krabbeldecke verbracht oder sind zusammen eine Runde durch die Gegend gezogen. Aber auch das war natürlich nicht immer so. Doch der Satz „Ein Kind ist kein Kind.“ hat durchaus seine Berechtigung. Erst mit zwei Kindern geht die Effizienz so richtig verloren.

Nur mal eben schnell rausgehen
Nehmen wir nur mal das Beispiel „mal eben schnell zum Rausgehen“ mit zwei Kleinkindern.
Schnell und Kinder ist ja schon ein Widerspruch in sich, außer sie spielen sich exzessiv durch die gesamte Wohnung. Möchte ich also mit beiden Kindern die Wohnung verlassen, und das muss ich wenn ich mit ihnen alleine bin weil mein Mann arbeitet, beginnt die Vorbereitung beim Wechsel der Windeln, so habe ich mir zumindest für einen Spielplatz besuch oder die Runde durchs Quartier die Windeln in der Tasche gespart. Dann müssen Schuhe und Jacken angezogen werden. Den Kindern und mir.
Für die Runde reichen die Trinkbecher der Kinder. Für den Spielplatz besuch bin ich mit mehr bepackt: Trinkbecher, Feuchttücher, Taschentücher, Sonnencreme, Insektenschutz, Sandspielzeug, kleiner Snack für die Kinder, Pflaster, die Mützen der Kinder, der Kinderwagen und meine Habseligkeiten dürfen auch nicht vergessen gehen. Bis ich alles verpackt habe und mit zwei Kleinkindern das Haus verlasse, brauche ich gut bis zu einer dreiviertel Stunde. Im Winter auch mal länger. – Eine Spielgruppe am Morgen um 8.00 Uhr zu Besuchen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Vor 9.30 Uhr das Nest verlassen, keine Chance. Und das hat nichts mit mangelnder Planung, oder damit dass ich zu lange schlafe zu tun. – Ich stehe inzwischen jeden morgen zwischen 5.30 Uhr und 6.00 Uhr auf.

Nur mal eben schnell einkaufen
Noch ein gutes Beispiel ist Einkaufen. Wenn Kind 1 bisher immer toll im Einkaufswagen sitzen, und man selbst gemütlich durch den Laden spazieren konnte stellt sich mit zwei Kindern gleich die erste Frage: „Wo soll Kind 2 hin?“
Möglichkeit 1: Kind 2 im Maxi Cosi in den Einkaufswagen stellen. Das mindert zwar den Platz für die Einkäufe oder das Baby verschwindet unter Bananen, Tiefkühlgemüse und Nudeln.
Möglichkeit 2: Kind 2 im Maxi Cosi auf den entsprechenden Einkaufswagen stellen, und Kind 1 laufen lassen. – Wer macht den Einkauf?
Möglichkeit 3: Kind 1 in den Einkaufswagen setzen und Kinder 2 ab in die Tragehilfe. Oder man geht gleich zu zweit und jedes Kind darf in einem Wagen sitzen. Oder Kind 2 kann schon selbstständig sitzen und Kind 1 ist schon so groß dass es einen eigenen Mini-Einkaufswagen vor sich herschieben kann. Letzteres klappt aber auch nur so fern das Kleinkind keine Gehverweigerung an den Tag legt.
Egal welche Möglichkeit man wählt, man sollte sich bewusst sein, dass der wöchentliche Lebensmitteleinkauf mit zwei Kleinkindern ein Halbtagesausflug ist.

Die Konsequenz ist ein paar seiner Prinzipien ab und an für einen entspannten Ablauf über Board zu werfen.
